Ab in den Süden von Laos – ab aufs Plateau, ab ins Outback…
Nur wie? Busse fahren hier nur ein bis zweimal täglich – und auch nur zwischen
den „Städten“ oder besser gesagt Ansiedlungen. Da gibt es natürlich keine
bessere Möglichkeit als sich eine Honda 100 cc für täglich umgerechnet 5 Ocken
auszuleihen und damit die Straßen entlang zu üsen. Dadurch bekam für uns die
Bedeutung von Freiheit eine völlig neue Rolle, jetzt waren wir jederzeit frei
dort zu starten oder zu stoppen, wo auch immer wir wollten. Also, ab ins
„wahre“ Laos, weg von den Touriströmen und Souvenirständen...
Bereits nach wenigen Kilometern immer wieder die selber
Reaktion der Einheimischen am Straßénrand, besonders der Kinder. Lachend und
winkend starrten Sie uns an, während wir vorbeirasten, mehr Zeit als für eine
„Saqbadi“ (= Hallo) gab es kaum, da wir
sonst unsere Tagesziele wohl nie erreicht hätten. Und jeder Halt außerhalb des
Schattens bedeutete für uns puren Schweiß, so heiß war es (zumindest während
der ersten drei Tagen unserer Reise, wo bereits eine Minute außerhalb des
Motorrads ausreichte um die Sitze in eine Herdplatte zu verwandeln.)
An Tag 1 unserer Reise schafften wir es in ein Dorf, wo wir
uns einen Bungalow direkt mit Blick auf einen wunderschönen Wasserfalls
einmieteten. Am Nachmittag ging es dann zu einer weiteren Tour zu einem weiteren
Wasserfall (100 m freier Fall) mit einem Blick über das gesamte Plateau – der
Wahnsinn, zumal die Reise entlang einiger Dörfer sich wie eine Zeitreise
anfühlte.
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| Ab auf die Piste und Staub lecken |
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| oben genannte winkende Kinder am Straßenrand |
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| der Wasserfall am ersten Abend, drei Schritte weiter... |
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| ... und es geht so tief nach unten |
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| Dorf irgendwo im Nirgendwo |
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| Blick aus unserem Bungalow |
Tag 2 führte uns nach Attapeu, der Hauptstadt des gleichnamigen Bezirks im
äußersten Südosten von Laos, der durch seine Grenznähe angeblich eher vietnamesisch
als laotisch war. Außer dem Fehlen der buddhistischen Tempel fiel uns dies
jedoch kaum auf. Ebenfalls war dies die Gegend, in der der Vietnamkrieg so hart
wie kaum an einem anderen Ort wütete, da hier der „Ho-Chi-Minh-Pfad“ der
Vietkong verlief, der von den Amerikanern mit aller Härte bombardiert war. Wir mussten
aber ebenfalls feststellen, dass die Natur die Wunden der Vergangenheit
großenteils wieder geheilt hatte mit Ausnahmen von tausenden Blindgänger, die
wohl irgendwo im Dschungel versteckt waren. Bei unserer Ankunft in Attapeu am
Abend dann die böse Erkenntnis, das beinahe die ganzen Hotels der Stadt
ausgebucht waren, warum konnten wir uns absolut nicht vorstellen, da die Stadt
alles andere als schön und eine Touristenattraktion darstellte. Wie wir später
herausfanden, waren ein Großteil chinesische Geschäftsleute, die eine Art
Marmor kauften, der in dieser Gegend wohl häufig anzutreffen sei.... Sachen
gibt´s!
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| Eindrücke von der Mopedpiste... |
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| Und die Belohnung für die Stopps am Straßenrand inkl. minutenlanger Suche... |
Weiter ging es an Tag 3 nach Paksung – der Hauptstadt des
laotischen Kaffeeanbaus, ein exzellentes Gebräu ... Ein Großteil des Zeugs wird
nicht industriell, sondern von Kleinbauern angebaut, und dann über Kooperativen
in den Rest der Welt verkauft, Fair Trade richtig praktiziert. Aber auch auf
der heutigen Etappe war es wie an eigentlich allen Tagen – große Attraktionen
gab es nicht zu sehen, der Weg war eher das Ziel und die Hauptattraktionen
grüne Landschaften, wunderschöne Dörfer und an fast jeder Ecke winkende Kinder.
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| Kaffee und der von den Bauern dazugehörige Nachwuchs |
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| Private Kaffeeplantage |
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| Neu gegründerter Verkaufsstand einer Kooperative, best Kaffee ever |
Am letzten Tag dann der Rückweg zurück nach Pakse. Entlang
zweier gigantischer Wasserfälle, die wir mal eben so mitnahmen, ging es dann
bergab von nahezu 1200 m auf nahezu Meereshöhe… als wir mittags den Mekong
erreichten war es außerhalb des Schattens kaum auszuhalten, wenn wir nicht
mindestens 50 km/h auf unseren Tacho hatten. Auf der anderen Mekongseite
schauten wir uns die Wat Champasuk Tempel an: 1500 Jahre alte Ruinen, die am
Berghang liegend von der Natur umwuchert einen schönen Blick über das Mekongtal
bildeten und mittlerweile Weltkulturerbe darstellen… Das während des Besuchs
aufkommende Gewitter erfrischte uns zudem… nur blöd das wir dann noch 30
Kilometer durch teilweise strömenden Regen zurücklegen mussten – aber auch das
machte irgendwie Spaß, zumal wir danach endlich wieder „Back to civilisation“
waren. Am nächsten Morgen ging es dann weiter zu den „4000 Inseln“, wovon ich
im kommenden Post ein wenig berichte.
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| Na, wer findet die Schlange im Bild |
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| Laos höchster Wasserfall (120 m) |
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| Tankstelle in Laos |
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| Überfahrt über den Mekong bei brütender Hitze |
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| Die wohl beste schrägste Treppe, die ich je gesehen habe |
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| Aussicht ins Mekongtal |
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| Die über 1000 Jahre alte Tempelanlage |
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| ... Und zum Abschluss noch das Klischeefoto aus Südostasien |
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