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04.11.14

Bolavan Plateau – Motorbike Diaries



Ab in den Süden von Laos – ab aufs Plateau, ab ins Outback… Nur wie? Busse fahren hier nur ein bis zweimal täglich – und auch nur zwischen den „Städten“ oder besser gesagt Ansiedlungen. Da gibt es natürlich keine bessere Möglichkeit als sich eine Honda 100 cc für täglich umgerechnet 5 Ocken auszuleihen und damit die Straßen entlang zu üsen. Dadurch bekam für uns die Bedeutung von Freiheit eine völlig neue Rolle, jetzt waren wir jederzeit frei dort zu starten oder zu stoppen, wo auch immer wir wollten. Also, ab ins „wahre“ Laos, weg von den Touriströmen und Souvenirständen...
Bereits nach wenigen Kilometern immer wieder die selber Reaktion der Einheimischen am Straßénrand, besonders der Kinder. Lachend und winkend starrten Sie uns an, während wir vorbeirasten, mehr Zeit als für eine „Saqbadi“  (= Hallo) gab es kaum, da wir sonst unsere Tagesziele wohl nie erreicht hätten. Und jeder Halt außerhalb des Schattens bedeutete für uns puren Schweiß, so heiß war es (zumindest während der ersten drei Tagen unserer Reise, wo bereits eine Minute außerhalb des Motorrads ausreichte um die Sitze in eine Herdplatte zu verwandeln.)

An Tag 1 unserer Reise schafften wir es in ein Dorf, wo wir uns einen Bungalow direkt mit Blick auf einen wunderschönen Wasserfalls einmieteten. Am Nachmittag ging es dann zu einer weiteren Tour zu einem weiteren Wasserfall (100 m freier Fall) mit einem Blick über das gesamte Plateau – der Wahnsinn, zumal die Reise entlang einiger Dörfer sich wie eine Zeitreise anfühlte.

Ab auf die Piste und Staub lecken

oben genannte winkende Kinder am Straßenrand

der Wasserfall am ersten Abend, drei Schritte weiter...

... und es geht so tief nach unten

Dorf irgendwo im Nirgendwo

Blick aus unserem Bungalow




Tag 2 führte uns nach Attapeu, der  Hauptstadt des gleichnamigen Bezirks im äußersten Südosten von Laos, der durch seine Grenznähe angeblich eher vietnamesisch als laotisch war. Außer dem Fehlen der buddhistischen Tempel fiel uns dies jedoch kaum auf. Ebenfalls war dies die Gegend, in der der Vietnamkrieg so hart wie kaum an einem anderen Ort wütete, da hier der „Ho-Chi-Minh-Pfad“ der Vietkong verlief, der von den Amerikanern mit aller Härte bombardiert war. Wir mussten aber ebenfalls feststellen, dass die Natur die Wunden der Vergangenheit großenteils wieder geheilt hatte mit Ausnahmen von tausenden Blindgänger, die wohl irgendwo im Dschungel versteckt waren. Bei unserer Ankunft in Attapeu am Abend dann die böse Erkenntnis, das beinahe die ganzen Hotels der Stadt ausgebucht waren, warum konnten wir uns absolut nicht vorstellen, da die Stadt alles andere als schön und eine Touristenattraktion darstellte. Wie wir später herausfanden, waren ein Großteil chinesische Geschäftsleute, die eine Art Marmor kauften, der in dieser Gegend wohl häufig anzutreffen sei.... Sachen gibt´s!

Eindrücke von der Mopedpiste...




Und die Belohnung für die Stopps am Straßenrand inkl. minutenlanger Suche...


Weiter ging es an Tag 3 nach Paksung – der Hauptstadt des laotischen Kaffeeanbaus, ein exzellentes Gebräu ... Ein Großteil des Zeugs wird nicht industriell, sondern von Kleinbauern angebaut, und dann über Kooperativen in den Rest der Welt verkauft, Fair Trade richtig praktiziert. Aber auch auf der heutigen Etappe war es wie an eigentlich allen Tagen – große Attraktionen gab es nicht zu sehen, der Weg war eher das Ziel und die Hauptattraktionen grüne Landschaften, wunderschöne Dörfer und an fast jeder Ecke winkende Kinder.

Kaffee und der von den Bauern dazugehörige Nachwuchs

Private Kaffeeplantage

Neu gegründerter Verkaufsstand einer Kooperative, best Kaffee ever


Am letzten Tag dann der Rückweg zurück nach Pakse. Entlang zweier gigantischer Wasserfälle, die wir mal eben so mitnahmen, ging es dann bergab von nahezu 1200 m auf nahezu Meereshöhe… als wir mittags den Mekong erreichten war es außerhalb des Schattens kaum auszuhalten, wenn wir nicht mindestens 50 km/h auf unseren Tacho hatten. Auf der anderen Mekongseite schauten wir uns die Wat Champasuk Tempel an: 1500 Jahre alte Ruinen, die am Berghang liegend von der Natur umwuchert einen schönen Blick über das Mekongtal bildeten und mittlerweile Weltkulturerbe darstellen… Das während des Besuchs aufkommende Gewitter erfrischte uns zudem… nur blöd das wir dann noch 30 Kilometer durch teilweise strömenden Regen zurücklegen mussten – aber auch das machte irgendwie Spaß, zumal wir danach endlich wieder „Back to civilisation“ waren. Am nächsten Morgen ging es dann weiter zu den „4000 Inseln“, wovon ich im kommenden Post ein wenig berichte.

Na, wer findet die Schlange im Bild

Laos höchster Wasserfall (120 m)

Tankstelle in Laos

Überfahrt über den Mekong bei brütender Hitze

Die wohl beste schrägste Treppe, die ich je gesehen habe


Aussicht ins Mekongtal


Die über 1000 Jahre alte Tempelanlage


... Und zum Abschluss noch das Klischeefoto aus Südostasien

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