Eines der
Klischees in Brasilien ist neben Fussball und dem Zuckerhut in Rio natürlich
die fünfte Jahreszeit, die hier überall im Lande gefeiert wird. Sind den
Europäern wahrscheinlich zunächst der Karneval in Rio bekannt (wohl wegen der
vielen Touristen), so sind laut den Leuten hier die besten Umzüge jedoch im
Nordwesten in den Bundesstaaten Bahia und Pernambuco. Ich kann das leider nicht
beurteilen, weil Beides entsprechend weit weg ist und Flüge und Hotels dort
seit Wochen ausgebucht sind. Daher hier nur eine kurze Zusammenfassung vom
Karneval dort.
Berühmt für
den Karneval Bahias sind die sogenannten “Trio Electricos”, also Fahrzeuge, die
mit Lautsprechetürmen bewaffnet durch die Strasse rollen. Das ganze erinnert
vielleicht ein wenig an die Love Parade in Berlin, ist aber musikalisch mehr
mit Axé und Arroxa…
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| Carnaval in Salvador de Bahia |
Der
Karneval in Olinda bei Recife ist vielleicht der traditionellste in Brasilien.
Wie auf dem Bild zu sehen ist e seine Tradition dort bis zu 5 m hohe Puppen mit
dem Abbild prominenter brasilianischer Persönlichkeiten durch die Strassen zu
führen, während drumherum die Leute
ausflippen.
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| Carnaval in Olinda |
Ansonsten
hat Karneval in Brasilien trotz der Temperaturen erstaunlich viel mit dem
Karneval im Rheinland zu tun, wenn es auch anders ist…. Beispiele: Es wird viel
zu viel getrunken, auch die Brasilianer verkleiden sich zu Karneval, wenn auch
nicht so extrem wie die Leute in Europa, es gibt Städte, in denen es nahezu keinen
Karneval gibt (wie z.B. Goiânia) sowie Karnevalshochburgen. Naja, und in den
Hochburgen wird dann von mindestens Samstag bis Dienstagnacht durchgefeiert…
In
Pirenopolis, Leticias alte Heimatstadt, in die - wir am Samstag morgen
flüchteten, war der Karneval jedoch gut present, auch wenn ich jetzt zugeben
muss, dass wir alles eher verpasst haben. Auf der berühmten Karnevalsmeile
waren wir nur für mehr oder weniger kurze Zeit – trotzdem ein bleibender
Eindruck!
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| Karneval in Pirenopolis |
Stattdessen
entschieden wir uns da die Stadt überfüllt war in Ruhe ein wenig die Zelte
aufzuschlagen und ein gemütliches Wochenende zu starten, was aber letztendlich
so gar nicht funktionierte, da der kleine Zeltplatz völlig überfüllt mit jungen
Leuten war – letztendlich kann man sagen, dass ich hier mein erstes Festival im
Februar feierte. Ohne weiter auf Details einzugehen, wir bekamen in den kommenden 2
Tagen ungefähr vier Stunden Schlaf – bis 5 Uhr war Lärm auf dem Campingplatz,
ab 5 Uhr lärmten die Hühner, die um 7 von den Hunden und Vögeln abgelöst wurden,
und ab 10 Uhr ging die Feierei bei den Leuten weiter. Natürlich haben wir es wieder vergessen irgendwelche Bilder zu machen, daher hier nur ein sehr kleine Auswahl...
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| Foto mit unseren Zeltnachbarn Welicton, Larissa, Filippe und Dyonatha |
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| ...Typisch Festival |
Habe selten
so ausdauernde aber herzlich nette Leute wie unsere Zeltnachbarn kennen gelernt. Das Geheimnis schien wohl der Catuaba zu
sein, der die ganze Zeit von Morgens! bis Abends getrunken wurde, ein Getränk,
das mit ca. 12-14 % Alkohol, das nach Jägermeister schmeckt, und an das ich
mich erst gewöhnen musste…
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| So trinkt man das Zeug, eine Flasche kostet weniger als umgerechnet 2 Euro... Morgens um 10 ging es los |
So kam es
entsprechend, dass wir die meiste Zeit auf dem Campingplatz bzw. in deren
Umgebung verbrachten, was dank der Leute aber mindestens genau so spassig war
wie im völlig überfüllten Zentrum.
Die Zeit
zwischen den Nächten verbrachten wir dann in der Natur an Wasserfällen (völlig
überfüllt) oder an einem Fluss völlig abseits der Menschenmassen.
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| Relaxen Tag 1 an einem wunderschönen Wasserfall, der leider völlig überfüllt war |
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| Natur pur |
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| ... und dazu ein Campingplatz, fernab der Zivilisation... |
Jetzt ist
mittlerweile alles vorbei und wir sind zurück in Goiânia – wie der Brasilianer
sagt hat jetzt nach Karneval erst das neue Jahr begonnen – mal sehen was so in
den kommenden Monaten passiert…













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