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19.02.15

CARNAVAL



Eines der Klischees in Brasilien ist neben Fussball und dem Zuckerhut in Rio natürlich die fünfte Jahreszeit, die hier überall im Lande gefeiert wird. Sind den Europäern wahrscheinlich zunächst der Karneval in Rio bekannt (wohl wegen der vielen Touristen), so sind laut den Leuten hier die besten Umzüge jedoch im Nordwesten in den Bundesstaaten Bahia und Pernambuco. Ich kann das leider nicht beurteilen, weil Beides entsprechend weit weg ist und Flüge und Hotels dort seit Wochen ausgebucht sind. Daher hier nur eine kurze Zusammenfassung vom Karneval dort.
Berühmt für den Karneval Bahias sind die sogenannten “Trio Electricos”, also Fahrzeuge, die mit Lautsprechetürmen bewaffnet durch die Strasse rollen. Das ganze erinnert vielleicht ein wenig an die Love Parade in Berlin, ist aber musikalisch mehr mit Axé und Arroxa


Carnaval in Salvador de Bahia
Der Karneval in Olinda bei Recife ist vielleicht der traditionellste in Brasilien. Wie auf dem Bild zu sehen ist e seine Tradition dort bis zu 5 m hohe Puppen mit dem Abbild prominenter brasilianischer Persönlichkeiten durch die Strassen zu führen, während drumherum die Leute  ausflippen.

Carnaval in Olinda
 Ansonsten hat Karneval in Brasilien trotz der Temperaturen erstaunlich viel mit dem Karneval im Rheinland zu tun, wenn es auch anders ist…. Beispiele: Es wird viel zu viel getrunken, auch die Brasilianer verkleiden sich zu Karneval, wenn auch nicht so extrem wie die Leute in Europa, es gibt Städte, in denen es nahezu keinen Karneval gibt (wie z.B. Goiânia) sowie Karnevalshochburgen. Naja, und in den Hochburgen wird dann von mindestens Samstag bis Dienstagnacht durchgefeiert…
In Pirenopolis, Leticias alte Heimatstadt, in die - wir am Samstag morgen flüchteten, war der Karneval jedoch gut present, auch wenn ich jetzt zugeben muss, dass wir alles eher verpasst haben. Auf der berühmten Karnevalsmeile waren wir nur für mehr oder weniger kurze Zeit – trotzdem ein bleibender Eindruck!

Karneval in Pirenopolis


 Stattdessen entschieden wir uns da die Stadt überfüllt war in Ruhe ein wenig die Zelte aufzuschlagen und ein gemütliches Wochenende zu starten, was aber letztendlich so gar nicht funktionierte, da der kleine Zeltplatz völlig überfüllt mit jungen Leuten war – letztendlich kann man sagen, dass ich hier mein erstes Festival im Februar feierte. Ohne weiter auf Details einzugehen, wir bekamen in den kommenden 2 Tagen ungefähr vier Stunden Schlaf – bis 5 Uhr war Lärm auf dem Campingplatz, ab 5 Uhr lärmten die Hühner, die um 7 von den Hunden und Vögeln abgelöst wurden, und ab 10 Uhr ging die Feierei bei den Leuten weiter. Natürlich haben wir es wieder vergessen irgendwelche Bilder zu machen, daher hier nur ein sehr kleine Auswahl...

 
Unser Zelt zu Beginn, noch ist es recht leer bei uns

Foto mit unseren Zeltnachbarn Welicton, Larissa, Filippe und Dyonatha

...Typisch Festival


 Habe selten so ausdauernde aber herzlich nette Leute wie unsere Zeltnachbarn kennen gelernt. Das Geheimnis schien wohl der Catuaba zu sein, der die ganze Zeit von Morgens! bis Abends getrunken wurde, ein Getränk, das mit ca. 12-14 % Alkohol, das nach Jägermeister schmeckt, und an das ich mich erst gewöhnen musste…

So trinkt man das Zeug, eine Flasche kostet weniger als umgerechnet 2 Euro... Morgens um 10 ging es los

 So kam es entsprechend, dass wir die meiste Zeit auf dem Campingplatz bzw. in deren Umgebung verbrachten, was dank der Leute aber mindestens genau so spassig war wie im völlig überfüllten Zentrum.

Die Zeit zwischen den Nächten verbrachten wir dann in der Natur an Wasserfällen (völlig überfüllt) oder an einem Fluss völlig abseits der Menschenmassen.

Relaxen Tag 1 an einem wunderschönen Wasserfall, der leider völlig überfüllt war


 
Tag 2 in der Natur - etwa 5 km Offroad irgendwo im Cerrado

Natur pur

... und dazu ein Campingplatz, fernab der Zivilisation...

 Jetzt ist mittlerweile alles vorbei und wir sind zurück in Goiânia – wie der Brasilianer sagt hat jetzt nach Karneval erst das neue Jahr begonnen – mal sehen was so in den kommenden Monaten passiert…

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