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07.01.15

Der Alltag ist gekommen oder kommt gefahren



Jetzt sind es genau 3 Wochen, in denen wir in unserer neuen Wohnung in Goiânia wohnen, langsam öffnet sich das Labyrinth der vielen Strassen in die Innenstadt Goiânias, auch wenn wir noch immer GPS benötigen um uns den Weg aus oder in die Stadt zu bahnen. Auch der Verkehr ist schlimmer als in den meisten deutschen Städten und die Fahrweise der Brasilianer macht es uns nicht unbedingt einfacher. Somit fährt  man hier halt eben etwas aufmerksamer. Ein grosser Vorteil hier gegenüber den meisten Ländern… auf Radarfallen muss vorher durch ein Schild hingewiesen werden. D.h. sobald “Fiscalisalização Electronica” erscheint, sollte man abbremsen, bei normalen Temposchildern kann man es somit auch lassen, es sei denn, man wird durch “Lombadas” oder “Quebra mola = Federnbrecher” automatisch daran gehindert. Die Teile stehen besonders gerne in Nebenstrassen wie unserer Nachbarschaft UND auf Autobahnen zwischen Städten, zumindest ist das mein erster Eindruck…

 
Hier der Hinweis, für den jeder Autofahrer in Deutschland dankbar wäre

Und hier der Federnbrecher, über den sich jeder brasilianischer Autofahrer aufregt


Warum erzähl ich so viel vom Auto? Weil man hier ohne dieses Transportmittel wohl ziemlich aufgeschmissen ist, da die Distanzen doch sehr gross sind, und die Busse langsam, heiss und zu guter letzt nicht unbedingt im 5 Minuten Takt fahren. Immerhin -  eine Busfahrt kostet hier nur ca. 80 Ct., ob das wenig oder viel ist, will ich hier nicht kommentieren. Nur soviel, die steigenden Buspreise waren einer der Auslöser der Proteste im vorletzten Jahr.
Jedoch ist der Sprit hier günstig… Das ist er in Deutschland zwar auch im Moment, aber weniger als 60 Ct. pro Liter sind derzeit unschlagbar… Schade ist nur, dass es sich da nicht um Benzin, sondern um Ethanol bzw. Alkohol handelt, mit denen hier ein Grossteil der Autoflotte und auch unser Peugeot fährt. Kurzer Erklärung: Zur Regulierung des Spritpreises und um gegenüber dem Ölpreis unabhängig zu sein, wird seit mehreren Jahren in Brasilien Treibstoff aus Zuckerrohr gewonnen, der in sogenannnten Flexmotoren gefahren werden kann. Je nach Ölpreis kann es günstiger sein mit Ethanol zu fahren (womit man allerdings ca. 30 % weniger Reichweite hat) als mit herkömmlichen Benzin. Bevor ich jetzt zuviel erzaehle, verweise ich mal auf zwei  vielleicht nicht mehr ganz akutelle aber trotzdem interessante Links. 


Man kann von Ethanol halten, was man möchte, auch ich kann mir derzeit da noch kein abschliessendes Urteil bilden. Fakt ist, dass Zeug ist hier Standard!

Unser Wagen in der Garage, fast 100 % gesichert wie die meisten Autos hier


Eine andere Sache, die mir andauert erzählt wird bzw. worüber dauernd geredet wurde ist das “lei seca”, wörtlich übersetzt “trockenes Gesetz”. Es besagt nichts anderes, dass absolutes Alkoholverbot im Strassenverkehr herscht, was wohl auch zu Problem führen würde, wenn man sich vor Abfahrt mit Mon Cheri oder Rumkuchen vollstopft. Immerhin, die Beste Bar habe ich bereits in unmittelbarer Nachbarschaft entdeckt. Ich hoffe, dass die Bierpreise erkennbar sind, es handelt sich hierbei um eisgekühlte 600 ml Flaschen. Zur Info Der Wechselkurs liegt im Moment bei ungefähr 3,20 Euronen.



Die Preistafel mit den drei "Grossen" Brauereien, Antarctica, Skol und Brahma

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