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24.09.14

Von Kama Sutra, Holy Shit, dem Baum der Erkenntnis und ner Bahnfahrt



Langsam werden wir beide „indienresistent“. Der tägliche Wahnsinn nimmt seinen Lauf. Nachdem wir die Höhlen von Ajanta gesehen hatten ging es weiter mit Schrottbus (3 Stunden) und Nachtbahn nach Jabalpur, das wir nachts um 3:30 erreichten. Die Hoffnung noch ein paar Stunden schlafend auf dem Bahnsteig zu verbringen (normalerweise gleichen die Bahnhallen in Indien riesigen Schlafsälen), wurde aber nach circa einer Stunde durch Sicherheitskräfte, die hunderte von Leuten vertrieben, schnell zerstört. Wir dösten noch 2 Stunden vor uns hin und gingen dann gegen 6:00 um ein Hotel zu finden. 
Im Hotel dann die erste Dusche nach 2 Tagen Schwitzen und weiter nach Jabalpur! Da die Stadt keine großen Attraktionen bereit hielt, waren wir irgendwie der entsprechende Ersatz, zumindest für die Lokalbevölkerung. Letícia konnte sich noch als Inderin ausgaben, aber mich quatschten und starrten die Leute pausenlos an.  Vielmehr als an anderen Orten wurde ich angequatscht und ausgefragt. Die Top 3: Where are you from? What´s your job? What´s your name? Fotos wurden natürlich ebenfalls gemacht, manchmal mit vorigem Fragen, manchmal wurde einfach draufgehalten. Wir kamen uns vor wie eine Mischung aus Indi-Popstar und Alien. Aber alles in allem eine interessante wenn auch andere Erfahrung vor Ort.

Typisches Bild einer indischen Innenstadt (vielleicht etwas zu sauber)
 
Hier mit etwas mehr Verkehr und Kuh

Ein Festivalsumzug in Jabalpur für eine Gottheit, und wir mittendrin

24 Stunden später ging es für uns dann weiter nach Khajuera, eine Kleinstadt mit 1000 Jahre alten lange unentdeckten Tempeln im Norden der Provinz Andhyra Pradesch. Dort das krasse Gegenteil von Jabalpur, Tourismus pur! Die Tempel sind berühmt für die detaillierten Skulpturen, die Darstellungen aus den leben in der damaligen Zeit zeigen. Naja, das Leben dort schien für mich wirklich sehr interessant und ausschweifend gewesen zu sein. Zumindest ist ein Großteil der Figuren weiblich und die Darstellungen wären definitiv zensiert, wenn nicht halt so alt und von kulturellem Interesse, seht dazu einfach die Fotos selber…


Ein Tempel von außen mit hunderten von eingravierten Skulpturen

Die Skulpturen im Detail...

noch mehr Details...

...zwischen Schock und Faszination


Nachdem wir von der Mittagshitze und den Darstellungen doch echt fertig waren, wurden wir von Mukesh, der uns unsere Übernachtungsmöglichkeit, die Yogi Lodge, besorgt hatte zum Essen bei sich und seiner Familie eingeladen. Eine superinteressante Erfahrung, mal ein Haus bei Indern kennen zu lernen und ein wenig in das Leben einzutauchen. Logischerweise war das Essen ebenfalls besser als in jedem Restaurant zuvor, auch wenn es mit noch so einfachen Mitteln von Mukeshs Frau vorbereitet wurde.

Leticia und Mukeshs Frau bei der Zubereitung des leckeren Mittagessens

Leticia kann glatt als Inderin durchgehen... mit Kleid, Henna und dem roten Punkt auf der Stirn

Am Abend ging es für uns weiter im Schlafzug in Richtung Varanasi direkt ins Herz der Stadt, zum Ganges, wo unser Hotel lag. Varanasi ist für die Inder DIE heilige Stadt. Der Ort an dem die Leute zum Bad im Fluss (Trotz 2500 facher Überschreitung des Grenzwertes für saubere Gewässer) und Sterben (ein Sterbehaus war direkt neben uns) kommen, wo ein Hindu verbrannt werden möchte um den Kreislauf von Leben und Sterben zu beenden. Also direkt in die schmalen Gassen die sich über Kilometer durch die Altstadt zogen und nach bereits 10 Min. waren wir geschockt. Überall Leute, Kühe, Hunde, Dreck, Leute, die uns von überall ansprechen, und  natürlich alles voller Scheiße, Kuhscheiße, „heiliger Scheiße“. In der Luft ein Geruch mit einer Mischung aus Toilette, Rauch und Leichengeruch, den direkt nebenan war das Krematorium, direkt am Ganges, wo in aller Öffentlichkeit täglich 200 – 300 Leichen verbrannt wurden. Nach dem „Schock“ ging es weiter durch die Gassen, wo wir wirklich fast überall konstant von den Leuten angequatscht wurden, wahlweise auf Englisch, Spanisch, Deutsch oder Japanisch. „Hello, How are you“ „Come to my shop, just looking, no buying“ “Hashisch”. Nach endlosen Kurzgesprächen kam dann am Abend die Lösung auf die Fragereien: “Kein Englisch” oder “No Ingles“ mit starrem Blick nach vorne. Am Morgen machten wir dann zur völlig unchristlichen Zeit um 5:30 eine Bootstour um den Hindus bei den morgendlichen Baderitualen im Ganges zuzusehen. Eine unvergessliche Erfahrung…

Der Ganges mit Blick von unserer Hotelterasse, unter uns das Krematorium




Hindus beim Bad im Ganges in den fruehen Morgenstunden

..und in tiefer Meditation

wir Beide auf dem Boot

Dreck in den Gassen...

Lassi in den Gassen von Varanasi, ein suesses Milchgetränk mit Schoko und Kokos, während draußen die Leichen durch die Straßen geführt wurden

Die heiligen Kühe von Varansi

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Müll und Hund

Heilige Kühe beim Bad

Ratten auf dem Bahnsteig von Varanasi, an denen sich niemand zu stören schien, erst eine... später dann dutzende...


Nachmittags sollte dann der Zug nach Gaya kommen, der allerdings erst nach drei Stunden Verspätung ankam und dann noch eine Stunde am Bahnhof stand. Mit fünf Stunden Verspätung kamen wir dann in Gaya an, wo wir dann im mit Abstand dreckigsten Hotel, der Vishnu Lodge, übernachteten. Und das nur, weil wir zu geizig waren 3 Euro mehr für ein besseres Zimmer auszugeben…
Am nächsten Morgen ging es dann weiter nach Bodhgaya, der Ort an dem der Legende nach der Buddha 500 v. Chr. die Erleuchtung erlangte. Der heiligste Ort der Buddhisten aus aller Welt. Tibeter, Japaner, Laoten, Chinesen und jede Menge andere Nationen bzw. Glaubensrichtungen waren hier in Form dutzender verschiedener Tempel vertreten. Es war schon ein kleiner Unterschied in der Stadt in Gegensatz zu den Städten bevor, jedoch die erhoffte Ruhe konnten wir auch hier nicht finden, es waren einfach viel zu viele Leute vor Ort. Ein Ort der Ruhe war jedoch der Feigenbaum der Erleuchtung samt des Tempelkomplexes, wo wir uns mehrere Stunden entspannten, bevor es dann wieder zurück ins Chaos ging. 

Der Baum des Buddha, im Hintergrund sein Tempel, ein Weltkulturerbe

der butanische Tempel

25 m hohe Buddhastatue

Voller Andrang zum Tempel

Meditierende Mönche unter dem Baum

Der Tempel im Abendlicht


Nachts um 2:00 dann der Wecker, aufstehen und ab zum Bahnhof. Von dort dann um 5:00 in den Zug, der falsche, wie sich nach einer halben Stunde herausstellte. Aber kein Problem, wieder 2 Stunden warten, und dann in den Zug nach Rishikesch, das wir 24 Stunden oder 1200 km später erreichten, nach einer Monsterfahrt sind wir jetzt am Fuße des Himalayas.
Da das Hochladen der Fotos einige Zeit in Anspruch nimmt hier wieder das Angebot euch mehr Fotos zukommen zu lassen, schreibt einfach kurz ne Nachricht…

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